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11.08.2012 Berliner Abendblatt Ausgabe Reinickendorf online Version Print Version als PDF

Mit dem Gruselwald auf Platz 1

Reinickendorfer Viertklässler gewinnen bundesweiten Hörspielwettbewerb

Wittenau. Eine schöne Überraschung in den große Ferien: Die (ehemalige) Klasse 4 b der Peter-Witte-Schule hat beim bundesweiten Wettbewerb, dem „Leipziger Hörspielsommer“, den ersten Platz belegt.

Mit ihrem Stück „Die Mutprobe im Gruselwald“ überzeugte sie die Jury. Und: Jeder, der einen Internetanschluss hat, kann sich diese und andere Produktionen der Reinickendorfer Kinder anhören.

Rund zwölf Minuten dauert die Geschichte. Die gesamte Klasse hat sich das Stück ausgedacht, die Sprechrollen übernahmen Hannan, Jamie, Philipp, Alex, Susi, Erik und Nisan.

Sie erzählen von Thomas, der von seinen Mitschülern Alex und Torben für einen Angsthasen gehalten wird. Wenn er in ihren Klub aufgenommen werden will, muss er seinen Mut unter Beweis stellen und alleine durch den geheimnisvollen Wald gehen. Man sagt, dass dort merkwürdige Gestalten ihr Unwesen treiben. Thomas wagt es. Schnell zeigt sich, wer der wirkliche Angsthase ist. Und dass Mädchen und Jungen sich wesentlich mehr zu sagen haben, als sie dachten ...

Zwei Wochen hat die Klasse an der Produktion gearbeitet – unter der Leitung von Sonderpädagoge Olaf Rabe. Die Idee, ein Tonstudio speziell für Hörspiele an der Schule einzurichten, hatte er vor drei Jahren. „Ich kenne keine andere Grundschule bundesweit, die so etwas hat“, sagt er. Er ist jedoch davon überzeugt, dass jede Schule Ähnliches braucht – Kreativräume, in denen Schüler in kleinen Gruppen arbeiten können. „So kommen Lernprozesse in Gang, die bei einer Klassenfrequenz von 28 Schülern nicht möglich sind.“

Viele Dinge können bei der Hörspiel-Entwicklung gelernt werden: Technisches wie der Umgang mit Audiobearbeitungssoftware, Teamarbeit, Sprachgefühl, Ausdruck, Kreativität. Und auch um die Förderung von Integrationsschülern geht es.

Beim Hörspiel „Die Mutprobe im Gruselwald“ hat Olaf Rabe zusätzlich die Rollen vertauscht. „Kim“ ist in der Geschichte ein starkes und mutiges Mädchen mit guten Ideen, in Wahrheit ein sprachlich eher zurückhaltenes Kind. Der große Angsthase „Alex“ ist in der Realität ein vorlauter Junge, der oft seine Emotionen nicht unter Kontrolle halten kann. „Ich fand die Idee des Vertauschens interessant, damit Kim daraus eine Portion Selbstbewusstsein gewinnen kann und Alex mal in die Rolle des Schwächeren schlüpfen musste“, so Rabe. Die Hauptsprecherin Hannan sei übrigens intelligent, fantasievoll und sprachlich gewandt – nicht nur in der Geschichte.

Hörspiele werden an der Peter-Witte-Grundschule ständig produziert; inzwischen gibt es rund 100 Stück. Per Mausklick hören kann man sie auf der Seite http://pws-tonstudio.cidsnet.de. „Diese Seite hat eine ganz wichtige Funktion“, so Rabe. „Mit dem CD-Brennen würden wir gar nicht hinterherkommen. Außerdem können die Kinder die Hörspiele sofort Eltern zu Hause vorspielen.“ susch

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